Rezension: Die Geschichte des nachhaltigen Designs

Diese Woche stelle ich Euch ein wundervolles Buch über Nachhaltigkeit vor, das ich über meine ehrenamtliche Arbeit in der Pfarrgemeinde entdeckt habe. Die Welt ist so klein und so habe ich einen Kommunikationsdesigner kennengelernt, der für unser Projekt .sredna in der Herz-Jesu Kirche diverse Grafik-Arbeiten macht: Michael Maxein ist unter anderem Dozent für Nachhaltigkeit an der Ecosign in Köln. Vor zwei Jahren fand dort das BLOGST-Barcamp statt, bei dem ich unter den TeilnehmerInnen war.

Die Welt ist klein und ich bin neugierig

Zuerst muss ich Euch was gestehen: Ich hajbe da so einen kleinen Tick, denn immer wenn ich neue Menschen kennenlerne, schaue ich mir an, was diese beruflich machen, denn ich bin – wie Ihr wisst – durch und durch Netzwerkerin und von Haus aus sehr neugierig. So auch bei Michael Maxein, denn die Webseite typomax.de in der Signatur seiner Mails las sich schon spannend.

Schnell hatte ich herausgefunden, dass Michael Mitautor bei einem Buch über Nachhaltiges Design ist. Nachhaltigkeit hat mich schon immer bis zu einem gewissen Grad beschäftigt, außerdem achte ich seit Beginn des Jahres darauf weniger Müll zu produzieren. Das gelingt mir nicht immer, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran Stoffbeutel für den Einkauf mitzunehmen und nachfühlbare Wasserflaschen für unterwegs.

Das Buch im Überblick

Das Buch Die Geschichte des Nachhaltigen Designs – Welche Haltung braucht Gestaltung ist erschienen im VAS – Verlag für Akademische Schriften. Zum Kontext: Noch im 20. Jahrhundert passten Design und Nachhaltigkeit nicht wirklich zusammen. Bei vielen nachhaltigen Produkten wurde auf das entsprechende Erscheinungsbild kein besonderes Augenmerk gelegt. Mittlerweile ist das anders und Nachhaltigkeit ist in aller vieler Munde.

Einschub – Wenn ich an dieses Wort denke, kommt mir sofort meine liebe Architekten- und Bloggerkollegin Maren aka Minza will Sommer in den Sinn. Sie beschäftigt sich sehr viel mit dem Thema Nachhaltigkeit und thematisiert das auch regelmäßig auf Ihrem Blog.

Die Autoren befassen sich mit allen Facetten des nachhaltigen Designs, es wird diskutiert, ob Design die Welt verändern kann oder wie umfassend Design sein muss. Das Gestaltungsbuch verfügt über eine ausgewogene Mischung von wissenschaftlich ausgearbeiteten Textblöcken über mehrere Seiten und dazwischen Seiten mit Bildbeispielen. Die Beispiele stehen alle für annähernd Nachhaltiges Design und zielen nicht darauf ab, komplett ökologisch-soziale und erfolgreiche Konzepte zu zeigen. Vielmehr soll die Diskussion über die Nachhaltigkeit angeregt und die Inspiration gefüttert werden.

Die Beispiele erstrecken sich über die Sparten Produkt-, Verpackungs- und Grafikdesign. Am Ende des Buches geben die Autoren einen Ausblick in die Zukunft des Nachhaltigen Designs und beleuchten dabei kulturelle Faktoren, die Kommunikation oder aber auch Lösungsansätze für verschiedene Problemstellungen.

Ich hätte so gerne noch viel ausführlicher über das Buch berichtet, aber leider lässt es meine Zeit aktuell nicht zu. Vielleicht schaffe ich es ja in den nächsten Monaten diesen Beitrag zu aktualisieren und Euch einen weiteren Einblick in die Geschichte des Nachhaltigen Designs zu geben. Danke auch an Michael Maxein für die klasse Zusammenarbeit!

 

 

Hier noch ein paar Zusatzinfos:

Der Klappentext

„Nachhaltiges Design ist der gängige deutsche Ausdruck des im angelsächsischen Sprachraum verwendeten Terminus „Sustainable Design“. Es unterscheidet sich von konventionellem Design durch die Tatsache, dass es den ökologischen, sozialen, kulturellen und emotionalen Kontext in die Designkonzeption und -planung einbezieht und sich nicht allein auf die Objektgestaltung konzentriert. Nachhaltiges Design vermittelt zwischen Menschen und Umwelt und betrachtet das Subjekt der Gestaltung nicht als übergeordnet. Während die moderne Entwicklung die Umwelt nach einer menschlichen Idee formt und die biologische und kulturelle Vielfalt im Extremfall auf eine Monokultur reduziert, zielt die kulturelle Evolution auf eine ständige Anpassung der Ideen an ihre Umwelt und an deren dynamische Komplexität. Nachhaltigkeit und Design, im 20. Jahrhundert noch häufig von gegenläufiger Entwicklung geprägt, finden in aktuellen Diskursen endlich zueinander.

Nachhaltigkeit zielt auf eine kulturelle Evolution anstelle einer nur modernen Entwicklung von Gesellschaft. Produkt- und Kommunikationsdesign müssen und können zu Triebfedern dieser kulturellen Evolution werden.“

Der Inhalt des Buches im Überblick

Teil 1:
Nachhaltigkeit und Design
Zum Design eines Begriffs und den Folgen der Industrialisierung.

Teil 2:
Die westliche Geschichte des Nachhaltigen Designs

Von den Vordenkern bis heute. Nachhaltiges Produktdesign, nachhaltiges Grafikdesign im 20. Jahrhundert

Teil 3:
Positionen der Gegenwart

Dematerialisierung, Effektivität, Postwachstum und die kulturelle Dimension des Designs.

Teil 4:
Außenblick

Design als Entwicklungshilfe? Zwischen Tradition und Verwestlichung.

Teil 5:
Die Zukunft

Transition, Zukunft und die Vision des Nachhaltigen Designs von Morgen.

Die Stiftung Buchkunst hat „Die Geschichte des Nachhaltigen Designs“ als eines der 20 schönsten deutschen Fachbücher 2014 ausgezeichnet.

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