Die Hypobank in Luxemburg von Richard Meier

Vor etwa einem Monat war ich zum Portrait-Shooting mit Linda Blatzek auf dem Kirchberg in Luxemburg unterwegs. Natürlich hatte ich auch selbst die Kamera dabei, um Fotos von der Architektur dort zu machen. Ein spezielles Gebäude und den zugehörigen Architekten möchte ich heute vorstellen: Die Hypobank (heute befindet sich unter anderem ein Teil der Universität Luxemburg) von Star-Architekt Richard Meier.

Gebäudestruktur

Das Gebäude liegt in einem Büroviertel auf der Strecke zwischen dem Flughafen Luxemburg und dem historischen Stadtkern. Die Bauzeit umfasste vier Jahre: Von 1989 bis 1993. Der exklusive Bürokomplex besteht aus einem zylindrischen Volumen und einem Büro-Riegel, der auf einer Art Podium steht. Im Gegensatz zu den benachbarten Bürogebäuden, die davor entstanden sind, ist auf dem Grundstück ein offener Raum für Passanten. Man hat so als Besucher die Möglichkeit das Gebäude näher zu sehen, als von der Straße.

Adresse
4 Rue Alphonse Weicker
2721 Luxembourg, Luxemburg

Richard meier luxemburg architecture frontal

richard meier architecture luxembourg seite 2

richard meier architecture luxembourg mit nebengebäude

Die Büros in dem L-förmigen Bürogebäude wurden als Module geplant, um ein hohes Maß an Flexibilität zu bieten. Der geradlinige Bürotrakt und die Stirnwände sind mit dunkelgrauem Stein verkleidet, während der runde Baukörper in einer emailliertem weißen Metallverkleidung ausgeführt ist. 

Experimente

Während ich über dieses Gebäude und andere Gebäude Richard Meiers recherchiert habe, ergab sich bei mir eine interessante Fragestellung: Muss man als Architekt eine dermaßen eigene Handschrift haben, dass viele Gebäude gleich aussehen? Man verwendet immer das gleiche Material, die gleichen Farben und die gleichen Details? Klar, man hat dann in gewisser Weise Erfahrung und weiß, dass es funktioniert, aber soll man deshalb nicht experimentieren?

Bitte jetzt nicht falsch verstehen: Ich mag die Architektur von Richard Meier, aber ich bin auch für´s Experimentieren! Gerade unser Job lebt doch von der Material- und Formenvielfalt und das macht ihn so spannend! Man kann natürlich nicht immer experimentieren, man hat Auflagen im Falle eines Bebauungsplanes, bekommt Dachformen und Materialien vorgegeben und man geht natürlich auch auf die Wünsche der Bauherren ein. Trotz allem plädiere ich für Experimente!

richard meier architecture luxembourg hinten nachbargebäude

richard meier architecture luxembourg abstrakt

richard meier bank luxembourg himmelblick

Richard Meier studierte bis 1957 Architektur an der Cornell University und eröffnete 1963 sein eigenes Architekturbüro, nachdem er unter anderem für Marcel Breuer gearbeitet hatte.

Er erhielt Aufträge für Villen, elegante weiße Gebäude, die Bezug nehmen auf die Wohnhausarchitektur von Le Corbusier, wie Meier selbst sagte. Diesem Stil folgen auch fast alle anderen von ihm entworfenen Gebäude. Sie sind weiß und die Struktur besteht aus strengen geometrischen Formen, ein weiteres gemeinsames Merkmal sind die lichtdurchfluteten Innenräume.

Grundsätze

Es gibt wenige von Meiers Grundsätzen abweichende Gebäude. Beim Getty Center bestanden die Bauherren auf einer Gebäudefarbe, die der Landschaft angepasst sein sollte, Meier hingegen auf reinweiß. Daraufhin wurde ein Kompromiss entwickelt. Für dieses Gebäude wurde eine eigene Farbe kreiert: Ein helles Ocker mit dem Namen „Getty White“.

Sein eigenes Wohnhaus, ein altes Farmhaus in East Hampton auf Long Island, befreite Richard Meier von der weißen Farbe und lässt seitdem das helle Braun der Schindeln wieder dominieren.

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