Ein Tag in Wiesbaden – Staatstheater, Marktkirche & Plenargebäude

Im Juli war ich zum ersten Mal beim Blogger Breakfast Rhein-Main in Wiesbaden dabei. Klar, dass ich mir die hessische Landeshauptstadt auch noch ein wenig anschaue: Auf meinem Weg durch die Stadt habe ich mit meiner Kamera einige Fotos von tollen Gebäuden eingefangen. Drei Bauwerke möchte ich Euch heute zeigen. Den Anfang macht das hessische Staatstheater, das im neobarocken Stil 1894 fertiggestellt wurde.

Der Entwurf der Wiener Theaterarchitekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer war als königliches Theater geplant. Städtebaulich ist das Gebäude so platziert, dass die repräsentative Seite die Bühnenseite ist. 1950 wurde zusätzlich zum Großen, das Kleine Haus direkt neben dem Hauptgebäude errichtet. Das Große Haus hat Platz für 1041, das Kleine für 328 und die Studiobühne für 89 Zuschauer. Das barocke Foyer – geschaffen vom Wiesbadener Stadtbaumeister Felix Genzmer – wird von der Stadt für Feierlichkei- ten genutzt, sowie für Liederabende oder Kammermusik-Konzerte.

Die neugotische Marktkirche ist das zweite Gebäude meiner architektonischen Entdeckungsreise durch Wiesbaden. Der damals größte Backsteinbau des Herzogtums Nassau wurde zwischen 1853 und 1862 von Architekt. Carl Boos direkt am Schlossplatz erbaut. Der Baumeister hatte sich bereits durch das von ihm in Wiesbaden errichtete Ministerialgebäude ausge- zeichnet und erhielt dadurch ohne Wettbewerb den Auftrag zur Errichtung der Marktkirche.

Zuerst hatte er einen verputzten Bruchsteinbau geplant, dies aber kurz danach wieder verworfen und sich für einen Backsteinbau entschieden – für die Region eher untypisch. Vorbild war die Friedrichwerdersche Kirche in Berlin von Karl Friedrich Schinkel. Die Grundsteinlegung fand am 22. September 1853 statt, die Einweihung am 13. November 1862. Bei dem Gotteshaus im neogotischen Stil handelt es sich um eine dreischiffige Basilika ohne Querschiff. Der Westturm mit seinen 98 Metern Höhe macht die Kirche auch heute noch zum höchsten Gebäude der Stadt – insgesamt gibt es fünf Türme: Zwei Seitentürme, zwei Chortürme und der Westturm. Als drittes Gebäude stelle ich das neue Plenargebäude des hessischen Landtags vor.

Es wurde von den Architekten Waechter + Waechter harmonisch in die gewachsenen städtebaulichen Strukturen integriert und am 4. April 2008 feierlich eingeweiht. Der Baukörper bezieht sich mit seiner Kubatur auf die alte Reithalle und schafft dadurch öffentlichen Frei- raum. Den Menschen zugewandt fügt es sich mit der Muschelkalkfassade perfekt in die umgebende Wohnbebauung ein.

Die Architekten haben einen repräsentativen Eingangsbereich geschaffen, über den man in die Ausstel- lungshalle gelangt. Diese wird für Veranstaltungen, Ausstellungen und zur Besucherinformation genutzt. Die Besonderheit des neuen Gebäudes sind

Licht und Durchlässigkeit, die großen Fensterflächen gewährleisten freie Sicht über Grabenstraße, die Innenhöfe des Landtags und bis zum Schlossplatz. Hab ich Euch Lust auf Wiesbaden gemacht? Die Stadt ist wirklich toll und ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch. Wart Ihr schon mal in der hessischen Landeshauptstadt und wenn ja, welche Gebäude haben Euch beeindruckt? Was soll ich Eurer Meinung nach bei meinem nächsten Ausflug besichtigen?

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