Der Turm Luxemburg – Architektur oder Skulptur?

Vor mittlerweile schon dreizehn Jahren bin ich nach Trier gezogen, um Architektur zu studieren. Ich erinnere mich noch gut an die damalige Landesartenschau auf dem Petrisberg. Ein militärisches Sperrgebiet wurde hierzu in einen neuen Stadtteil umgewandelt. Das eigens hierfür entwickelte städtebauliche Nutzungskonzept ging auf: Mittlerweile hat sich aus dem damaligen Niemandsland ein florierender neuer Stadtteil entwickelt! In dem Quartier wurden Kasernengebäude umgenutzt, neue Gebäude errichtet und Flächen zur Erholung geschaffen.

Tower of dreams

Eine solche Fläche findet sich auch im unteren südlichen Teil des neuen Petrisberges, rund um den Turm der Träume und Sehnsüchte. Die meisten kennen diese Landmark aber unter dem Namen „Turm Luxemburg“, denn er wurde uns von unserem Nachbarstaat Luxemburg gewidmet. Entworfen von dem luxemburgischen Architekturbüro Valentiny HVP architectes steht der TOWER OF DREAMS AND LONGINGS mitten auf einem kleinen rasenbewachsenen Hügel auf dem Petrisberg in Trier.

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Der Turm stellt einen überdimensionalen Grenzstein dar in der Nähe der Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg. Das riesige Gebilde aus Cortenstahl ist mehr Skulptur als Architektur. Der Turm Luxemburg stellt eine moderne Version der italienischen Geschlechtertürme dar. Die Stadt Luxemburg hat die Skulptur der Stadt Trier anlässlich der Landesgartenschau im Jahre 2004 geschenkt.

Skulptur oder Architektur?

Wenn man die 51 Stufen bis ganz nach oben steigt, hat man eine Wahnsinnsaussicht über die Region. Die Plattform auf der man die Aussicht genießen kann, kragt insgesamt 6,80 Meter aus. Valentiny HVP architectes, die Landschaftsplaner und Projektleiter waren, entschieden sich für Corten als Baustoff. Dieses Material hat einen Bezug zur Erde, ja es ist selbst dem Verfallprozess ausgesetzt – allerdings ist es gegen das letzte Stadium des Zerfalls resistent.

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Der 18 Meter hohe Turm hat keine bestimmte Funktion. Er wird von vielen Fotografen als Shooting-Location genutzt und so kam auch ich mit meiner Kamera dort hin. Kurz nach unserem Sommerurlaub organisierte Edouard Olzewski, ein in der Region bekannter Fashion- und Streetstyle Fotograf, ein Fotoevent für Fotografen und Models. Ed und ich haben uns – wie soll es auch anders sein – über die sozialen Medien kennengelernt und da ich ja auch fotografiere (zwar keine Mode) hat er mich dazu eingeladen – er wollte mit diesem Event Fotografen, Models, Stylisten, Künstler und Urban-Kultur Fans zusammen bringen.

Fotografie-Event Mode und urbane Kultur

Jeder sollte Spaß haben und außerdem die Möglichkeit sein Wissen zu erweitern (seither fotografiere ich immer RAW) und seine Fähigkeiten zu verbessern. „Es spielt keine Rolle, welche Kamera man besitzt, da die Kamera nur ein Werkzeug für den Fotografen ist“, so Edouard über seine Idee. Okay, ich kam mir mit meiner Canon EOS 1000 D zwar schon ein wenig komisch vor zwischen all den Fotografen mit ihren guten Kameras, aber ich hab mich nicht beirren lassen und einfach mein Ding gemacht. Ich war sofort Feuer und Flamme und wusste, dass ich natürlich die Architektur aus dem herrlichen Material Cortenstahl fotografieren würde. Was dabei raus gekommen ist, habt Ihr ja gesehen!

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