Das Haus der Geschichte in Bonn

Wie man auf Instagram sehen konnte waren wir in den Ferien zu Gast im Haus der Geschichte in Bonn. Zu Gast, weil der Eintritt dort frei ist. Alle Ausstellungen kann man sich ohne was zahlen zu müssen in Ruhe anschauen, lediglich am Ende der Dauerausstellung wird man um eine Spende gebeten, die aber keine Pflicht ist. Natürlich gibt man gern was für die Erhaltung der Räumlichkeiten und das Vermitteln von Wissen über die deutsche Zeitgeschichte!

Betritt man das Museum, schaut man erst mal auf den gewaltigen Panoramabogen aus Beton und 96 Monitoren, die ausgeschaltet wie Glasbausteine wirken. Das Raumgefühl ist überwältigend. Als nächstes hatten wir die Ahnengalerie im Blick, auf der einen Seite die Bundespräsidenten, auf der anderen Seite die KanzlerInnen. Das Architektenehepaar Rüdiger aus Braunschweig gewann damals den Wettbewerb zum Museumsbau. Im September 1989 haben die Bauarbeiten begonnen. Die Gesamtnutzfläche des Gebäudes beträgt rund 22.000 m, 4.000 m davon stehen für die Daueraustellung zur Verfügung, 650m für die Wechselausstellungen. Diese aufgeschnittene Wandscheibe befindet sich zu Beginn der Dauerausstellung. Die unvollständige Wand ist für mich das Symbol für den großen Cut in der deutschen Geschichte durch den zweiten Weltkrieg. Damit fängt auch die Ausstellung an, sehr bedrückend das Ganze! Ich habe mir ein paar Filmausschnitte und Bilder angeschaut und musste ziemlich schnell abbrechen, da es einfach zu schwere Kost für mich war.

Die Decke, die man immer wieder mal auf einem der Fotos sieht gehört zu einem ausgeklügelten Tages- lichtkonzept. Das Haus der Geschichte sollte kein Dunkelmuseum werden, sondern Bezug zur Außenwelt haben. Deshalb haben Ingeborg und Hartmut Rüdiger eine besondere Beleuchtung konzipiert. Sie planten große umlaufende Fenster und großzügige Bogen-Glasdächer, die ebenfalls das Tageslicht einbeziehen. Bei dem Gebäude sollte im wahrsten Sinne der Wortes nichts im Dunkeln gelassen werden.

Die Dächer bestehen aus Glasscheiben mit Prismenfeldern, die das Tageslicht so brechen, dass die in einem Museum störenden direkten Sonnenstrahlen reflektiert werden und nur diffuses Tageslicht ins Innere bringen. Mit erfahrenen Fachleuten beispielsweise vom Institut für Lichttechnik an der TU Berlin wurde ein spezielles Lichtplanungskonzept für das Museum der deutschen Zeitgeschichte erstellt.

Damit werden die Vorteile des natürlichen Lichts vollends zur Geltung gebracht. Der Stuhl oben steht im Sechziger-Jahre Bereich der deutschen Geschichte! Mitten in einem Diner mit Cocktailtheke und Original-Möblierung – traumhaft! Die abgehängte Decke auf dem Foto darunter befindet sich im Bereich Raumfahrt unter einer diesen Rampe und die Sicht auf die Bildschirme offenbart sich, wenn man komplett durch die Ausstellung durch ist, sie ist also Anfangs- und Endpunkt einmal mit Blick von unten und dann auf Augenhöhe.

Wart Ihr schon mal im Haus der Geschichte? Was mögt Ihr besonders und was interessiert Euch? Unser letzter Besuch war es bestimmt nicht. Wir haben uns etwa vier Stunden darin aufgehalten und noch lange nicht alles gesehen.

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