Buchvorstellung – LOFTLIVING Urbane Verwandlung

Ich habe ja so Einiges vor mit dem Blog in diesem Jahr und deshalb gibts heute etwas Neues hier: Ich stelle Euch ein Architektur-Buch vor, das ich während meiner Masterarbeit gefunden habe – zu dieser Zeit war das Buch noch gar nicht erschienen. Ich freute mich umso mehr, dass CALLWEY mir ein Exemplar zusicherte, sobald es erschienen wäre. In Zukunft möchte ich des Öfteren Architektur- oder Designbücher hier besprechen und zeigen. Habt Ihr ein Buch, das Ihr unbeding mal lesen möchtet? Immer her mit dem Titel, vielleicht nehme ich es ja mit in meine Auswahl.

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LOFTLIVING – Urbane Verwandlung von Florian Heilmeyer (Hrsg. ist die Optima-Aegidius-Firmengruppe) ist am 15. Dezember erschienen – sogar rechtzeitig für die Masterthesis, ich habe noch einige Ideen und Impulse daraus gezogen, die mir sehr geholfen haben mich ganz in mein Projekt reinzuversetzen. Konzeption, Art Direction, Layout und Typographie lag in Hand der Werbeagentur Rose Pistola.

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Der Dokumentationsband LOFTLIVING zeigt anhand der Opernlofts in Berlin die Entstehung des Loftwohnens im Allgemeinen. Gespickt mit historischem Kartenmaterial, Luftbildern, Gemälden, Fotos und Zeichnungen wird anschaulich erklärt, was es bedeutet in einem Loft zu wohnen.

Der Gebäudekomplex in Berlin, in dem sich heute die Opernlofts befinden, beherbergte im Wandel der Zeit einige Funktionen: Von Wäschefabrik über Komische Oper bis hin zur Probebühne für Ballett und Orchester, sogar Militäruniformen wurden schon in diesen Räumen gefertigt. In der Einleitung “Von der Kunst der Oper zur Kunst des Wohnens” wird dieser historische Wandel konkretisiert.

Das Thema Loft- bzw. Industriewohnen spielt beim Wohnen der Zukunft eine immer größere Rolle. Es gibt immer mehr ungenutzte Industriegelände und die Leerstandsquote steigt weiter an. Noch vor fünf Jahren waren Loftwohnungen lange nicht so akzeptiert wie heute. Immer mehr Menschen können sich mittlerweile vorstellen in einer Wohnung mit offenen Bereichen zu leben. Trotzdem scheuen viele vor einer so ganz offenen Wohnung zurück.

Damit die zukünftigen Bewohner der Opernlofts einen Eindruck vom späteren Raumgefühl bekommen, wurde mitten in der Bauzeit ein komplettes Loft fertig ausgebaut und nach Besichtigung sofort wieder in den Ausgangszustand versetzt, um die Bauarbeiten nicht zu stören. Durch diese Maßnahme konnten sich die Interessenten besser in die Wohnsituation einfühlen und die Wohnungen konnten besser und gezielter veräußert werden.

Im Essay LOFTSCHLÖSSER und der anschließenden Bilderserie „Die Wiege der Lofts in New York“ widmet sich der Autor außerdem der Herkunft von Loftwohnungen. Die spezielle und innerstädtische Wohnform ist im New York der späten 60er Jahre entstanden und hat sich von dort in alle Welt ausgebreitet.

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Das Thema der Opernlofts zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Diesen Aufhänger finde ich wunderbar. Anhand des Beispiels bekommt man einen Eindruck wie sich Loftwohnen anfühlen kann. In chronologischer Reihenfolge – von Bestandsaufnahme über die Musterlofts bis hin zur Transformation des Gebäudes – widmet sich Florian Heilmeyer der Entstehung der Opernlofts.

Die Vorher-Nachher Bilder zeigen, welche enorme Verwandlung bei solch alten und ungenutzten Industriebrachen möglich ist! Die Kombination aus rohen Materialien und feinem Innenausbau ist fantastisch. Das Buch präsentiert das eigentliche Projekt der Opernlofts, aber auch das allgemeine Loftwohnen mustergültig. Auch wenn man bisher mit dem Thema nichts anfangen konnte, spätestens nach der Lektüre von LOFTLIVING hat man ein Gefühl für diese urbane Wohnform.

Ich hoffe, Euch ein wenig neugierig auf das Thema gemacht zu haben und wünsche Euch einen tollen Start ins Wochenende!

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