Ausflugstipp: Tages-Tour zur Zugspitze

„Fahren wir in die Berge oder ans Meer?“ Mit dieser Frage beginnt oft unsere Urlaubsplanung zu Beginn des Jahres. Die männlichen Familienmitglieder sind eher die Meer-Verfechter. Ich mag das Meer auch sehr gerne, aber wenn ich mich definitiv entscheiden müsste würde ich immer wieder die Berge vorziehen! Dieses Gefühl, wenn Du auf dem Gipfel stehst und die reine Luft einatmest hat einfach etwas Befreiendes. Nicht umsonst gibt es ein Sprichwort das besagt: „The best view comes after the hardest climb.“ Nachdem wir die letzten beiden Jahre in Zeeland am Meer waren, konnte ich mich in diesem Jahr mal wieder durchsetzen und wir verbrachten unseren Sommerurlaub in Bayern. Einen ersten Post über Garmisch und die Partnachklamm habe ich ja schon geschrieben.

Der höchste Berggipfel Deutschlands

Nachdem wir das Hotel gebucht hatten und klar war, dass wir ganz in der Nähe der Alpen sein werden, schauten wir nach Ausflugszielen und Tagestouren. Wir wussten ziemlich schnell, dass wir auf die Zugspitze wollen. Motorisiert gibt es zwei Möglichkeiten, um auf den höchsten Berggipfel Deutschlands zu kommen. Variante 1: Von der deutschen Seite in Garmisch-Partenkirchen mit der Zahnradbahn – Zugspitze Ticket inkl. Berg- und Talfahrt bspw. für 2 Erwachsene und 1 Kind für 116,- Euro. Variante 2: Von der österreichischen Seite mit der Tiroler Zugspitzbahn – Ticket Berg- und Talfahrt für Eltern mit einem Kind für 98,- Euro. Wir kamen aus Ettal, weil dort unser Hotel war und deshalb haben wir die Zahnradbahn von Garmisch aus genommen. Nach etwa 75 Minuten waren wir auf dem Zugspitzplatt angekommen.

Man kommt aus dem Bahnhofsgebäude raus und steht sofort inmitten der Alpen, rund herum nur Berge soweit das Auge blicken kann. Man kann die Dimensionen überhaupt nicht richtig fassen, das alles ist so groß und monumental! Diese bizarren Felsformationen hintereinander vorm Horizont, diese Farbpalette, Wahnsinn!!! Menschen, deren Kreislauf nicht allzu stabil ist, sollten aufpassen, denn auf einer solchen Höhe kann dieser schnell absacken. Damit uns das nicht passiert, haben wir uns erst einmal im „Gletschergarten“ mit Kaffee und Tee gestärkt.

Ist diese kleine Kapelle am Rande des Zugspitzplatt nicht wunderbar? Im höchstgelegen Gotteshaus Deutschlands, der Kapelle „Maria Heimsuchung“, wird regelmäßig Sonntags um 12 Gottesdienst gefeiert. Kein Geringerer als Joseph Ratzinger, unser emeritierter Papst Benedikt XVI., der damals noch Erzbischof von München und Freising war, weihte die Kapelle am 11. Oktober 1980 offiziell ein.

Um ganz nach Oben zum Zugspitzgipfel zu kommen, mussten wir noch mit der Gletscherbahn, einer Seilbahn, die alle vier Minuten zwischen Platt und Gipfel pendelt, weiterfahren. Aus der Kabine hat man Sicht auf die Gletscherflächen, die schon ziemlich geschrumpft sind. Auch das Platt, die Gebäude, die dort stehen und die Forschungsstation kann man von oben gut sehen. Zu diesem Zeitpunkt wird mir erst richtig klar, wie hoch wir überhaupt sind: Als wir auf dem Zugspitzplatt standen und von dort hoch zur Spitze geschaut haben, kam mir der Höhenunterschied überhaupt nicht groß vor. Aus der Kabine der Seilbahn habe ich aber recht schnell gemerkt, dass ich mich um ein paar hundert Meter verschätzt habe.

Nein, dieses Foto hat sich nicht hierher verirrt und wurde eigentlich in der Südsee aufgenommen! Es zeigt den Eibsee, der zu einer der Stationen der Zahnradbahn gehört und perfekt sichtbar ist, vom Gipfel der Zugspitze. Insgesamt hat er acht Inseln, die alle durch Trümmer eines Bergsturzes vor mehr als 3000 Jahren entstanden sind. Eigentlich wollten wir auf dem Rückweg noch einen Stop am Eibsee machen und uns dort umschauen, aber die Zugspitz-Tour hat uns schon ziemlich viel Kraft gekostet, so dass wir darauf verzichtet haben. Der Eibsee steht dann bei einem der nächsten Bayern-Urlaube auf dem Programm.

Der Eibsee und die Baustelle

Oben auf der Spitze angekommen, standen wir gleich inmitten der Baustelle. Die Bauarbeiten für die neue Seilbahn waren gerade in vollem Gange. Diese Arbeiter und auch die Bauleiter müssen echt komplett frei von Höhenangst sein. Ich könnte das nicht. Während meiner Ausbildung konnte ich nicht einmal im Innenraum über eine Leiter ins nächste Geschoss klettern. Später im Studium und auch danach, als ich die ersten Erfahrungen in meinem Beruf gesammelt habe, waren Gerüste das pure Grauen für mich! Ich kann mich noch gut an eine Exkursion nach Barcelona erinnern, bei der ich es nicht geschafft habe die Sagrada Familia zu besteigen. Schon im engen Treppenhaus mit kleinen Ausblicken bin ich gescheitert. Mittlerweile habe ich an mir gearbeitet und war schon auf vielen Gerüsten und habe sogar den Kölner Dom bis ganz oben hin bestiegen. Die Bauleitung bei dieser Baustelle in den luftigen Höhen der Zugspitze könnte ich allerdings trotzdem nicht übernehmen!

Immer weiter an der Baustelle vorbei, kommt man dann auf die österreichische Seite. Dort haben wir unsere Mittagspause gemacht. Wenn schon nicht von dort hoch gefahren, wollten wir doch wenigstens kurz nach Österreich, um uns einen leckeren Kaiserschmarren mit Puderzucker und Apfelmus zum Mittag schmecken zu lassen. Dazu ein alkoholfreies Weißbier und diese Aussicht, was gibts Schöneres? Der Ausblick auf der österreichischen Seite zeigt die Orte Obermoos und Ehrwald in Tirol. Auf dem oberen Bild sieht man die alte Seilbahn, mit der wir auch die Talfahrt wieder bestritten haben. Die neue Seilbahn soll laut Internetseite der Zugspitze noch diesen Dezember eröffnet werden.

Klettern und Rodeln für Jung und Alt

Bevor wir dann aber wieder bis ganz nach unten gefahren sind, hat sich das jüngste Familienmitglied noch auf der Rodelfläche und im Alpinpark ausgetobt. Zwischen Gastronomie und Kapelle gibt es eine Piste mit Naturschnee, auf der man kostenfrei rodeln kann. Ebenfalls auf dieser Seite des Zugspitzplatt gibt es diverse Möglichkeiten ein erstes Mal in die Welt des Bergsteigens zu schnuppern. Eine Kraxelwand, eine Mini-Hängebrücke und eine Aussichtsplattform laden die jungen (und auch alten) Zugspitzbesucher ein erste Erfahrungen im Klettern zu machen. Das hat unser Sohn natürlich voll ausgenutzt.

Mein Fazit

Danach haben wir uns mit etwa gefühlten tausenden Menschen mit der Zahnradbahn wieder auf den Weg nach unten gemacht. Das war das Einzige, was uns gestört hat: Es war doch sehr überfüllt. Auf dem Zugspitzplatt ging es noch, da verläuft sich eher alles. Auf dem Gipfel sind es aber große Menschenmassen, durch die man sich drängen muss bzw. wird man einfach weitergedrängt, ob man will oder nicht. Abgesehen von diesem negativen Aspekt war es wirklich ein tolles Erlebnis einmal auf dem höchsten Berg Deutschlands zu weilen, ich werde es immer in der Erinnerung halten und wer weiß … vielleicht kommen wir ja irgendwann noch einmal wieder …

* Dieser Post nimmt an der Blogparade #sonntagsglück von Katrin alias Soulsistermeetsfriends teil. Schaut doch auch bei ihr mal vorbei, dort gibt es heute etwas zu feiern!

 

3 thoughts on “Ausflugstipp: Tages-Tour zur Zugspitze

  1. … ist das hoch… und dann noch die Möglichkeit mit so´nem Wägelchen da hoch zu gondeln… uff, ich glaub´ich bräuchte eine Augenbinde…
    Tolle Bilder, sieht ziemlich karg aus.

    Fröhlichen Gruß,
    Sara

  2. Hallo Kathrin –
    die Zugspitze fehlt mir tatsächlich noch auf meiner Gipfelliste, aber für nächstes Jahr ist sie fest eingeplant. Naja, eigentlich ist sie schon seit Jahren eingeplant.
    Gerne kannst du zu deinen Instagram-Himmeln verlinken, so das geht – ehrlichgesagt habe ich das noch nie ausprobiert.

    Gruß, Katja

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