OT14 – Der Entwurf

„Und? Wie läuft es mit Eurem Hausbau? Ist der Bagger schon angerückt?“ Nachdem ich in letzter Zeit oft gefragt werde, wie es denn mit unserem Bauvorhaben läuft, habe ich entschieden nun unseren Entwurf zu zeigen und ein wenig darüber zu erzählen. Hier kommt also der zweite Beitrag meiner Blogreihe OT14! Den ersten Beitrag kann man hier nachlesen: „OT14 – Familie Innenleben Baut“ – Genau heute vor zwei Wochen kam der Brief von der Bauaufsichtsbehörde mit der Nachricht, dass wir anfangen können zu bauen. Die erste Hürde ist geschafft. Mein erster komplett selbst eingereichter Bauantrag! Zwar noch nicht mit eigenem Stempel, aber das geht ja auch voran: Diese Woche fahre ich nach Mainz zu meinen letzten beiden Seminaren, die ich für die Eintragung in die Architektenkammer brauche. Yay!

Auch mit kleinen Schritten kommt man voran

Das Baugrundgutachten ist erstellt, der nächste Termin mit dem Statiker steht an und die Angebote für die Geothermie-Bohrung liegen auch vor und müssen nur noch beauftragt werden. Außerdem kam innerhalb der letzen Woche auch Post vom Finanzamt: Die Grunderwerbssteuer ist fällig und wurde gestern auch schon bei der Bank des Vertrauens angewiesen. Vor einem solchen Projekt macht man sich keine Vorstellungen, welche Orga dahinter steckt und wieviel bürokratische Dinge man als Bauherr erledigen muss. So schnell wie man denkt und wie es oft kommuniziert wird, geht es dann doch nicht immer!

Bevor wir mit unserem Entwurf begonnen haben, mussten wir uns die Vorgaben der EGP ansehen, die für dieses Wohngebiet festgelegt wurden. Außerdem liegt ein städtischer Bebauungsplan über dem Gebiet. Wunderbarerweise kommen uns alle Auflagen entgegen und wir müssen uns nicht arrangieren. Ein Flachdach hätten wir sowieso favorisiert, ein begrüntes ist perfekt und kommt uns sehr entgegen. Ein langer schmaler Grundriss bedeutet eine Herausforderung, aber die suchen wir als Architekten, sonst wäre es ja langweilig! Ein Reihenmittelhaus ist beidseitig angebaut. Das bedeutet, dass es nur zwei Fassadenflächen gibt und spart Kosten. Wir planen eine Holzfassade, die sich wunderbar in die erlaubte Farbpalette einfügt.

Der Entwurf aus zwei Federn

Den Entwurf haben wir gemeinsam gemacht und auch alle bisherigen Detail- und Materialfragen. Man könnte glauben, dass es schwierig wird sich einig zu werden, wenn zwei Architekten zusammen ein Haus planen, aber bisher waren wir uns wirklich sehr einig. Im Erdgeschoss planen wir einen offenen loftähnlichen Raum mit Eingangsbereich, Küche, Wohn- und Esszimmer. Zusätzlich gibt es das klassische Gäste-WC direkt neben dem Eingang und den Technik-Raum, der relativ groß sein muss wegen der Lüftungsanlage und weiteren diversen technischen Anlagen, denn wir bauen ein Passivhaus – bzw. ein KFW40-Haus. Herr Innenleben ist seit etwa zwei Jahren Passivhausplaner in Luxemburg und dieser Bereich ist seine Spezialisierung und zusätzlich auch sein Steckenpferd. Klar, dass das eigene Haus auch ein Passivhaus wird, oder?

Im Obergeschoss des Gebäudes sind dann die privateren Räume untergebracht: Schlafzimmer, Kinderzimmer, Bad und mein Homeoffice. Die Flurflächen haben wir so geplant, dass sie als Stauraum, Abstellflächen und Hauswirtschaftsraum dienen, so entstehen kaum Verkehrsflächen und jeder Quadratmeter ist genutzt! Das ist auch extrem wichtig, wenn man ohne Keller baut. Vor meinem Büro gibt es einen Luftraum zum Essbereich und zur Glasfassade gartenseitig, so kommt Licht ins Innere. Zusätzlich planen wir ein bis zwei Oberlichte in der Dachfläche, um ebenfalls Licht ins Gebäudeinnere zu bringen. Die Wände des Kinderzimmers planen wir in Leichtbauweise, um flexibel zu sein.

Flexibilität und Stauraum

Zum Grundstück gehört ein Hangbereich in den man laut Bebauungsplan ein Nebengebäude graben darf. Wir nutzen diesen Umstand und setzen dem Haupt-Wohngebäude ein Nebengebäude als Pendant gegenüber. Im Erdgeschoss wird es einen Freisitz geben und im hinteren Bereich einen Verschlag, in dem Gartengeräte untergebracht werden. Das Flachdach dieses Minigebäudes wird ebenfalls begrünt und begehbar gemacht, so entsteht eine weitere Terrasse und der Garten wird vergrößert!

Der nächste Schritt ist nun die Vorbereitung der Ausschreibung. Mit dem Thema Ausschreibung habe ich mich bisher noch nicht wirklich beschäftigt, deshalb übernimmt diesen Part Herr Innenleben. Klar, ich könnte mich einarbeiten, aber das dauert in diesem Fall einfach zu lange. Immer schön eins nach dem anderen, die Fortbildung zum Thema Ausschreibung kommt sicher noch! Die Vorbereitungen derselben übernehme ich aber gerne, denn es geht darum passende Produkte zu finden, die dann später in die Ausschreibungstexte übernommen werden können. Drei Gewerke möchten wir dieses Jahr noch vergeben: Rohbau-, Elektro- und Sanitärarbeiten. Zu letzteren kommen dann noch die Entwürfe für Badezimmer, Gäste-WC und Küche, was ich auch übernehmen werde. Diese Woche steht also im Zeichen der Fortbildung (Architektenkammer – „Bauleitung I + II“ | IHK – „Steuerwissen kompakt“) und ich muss auch noch an einem Kundenprojekt arbeiten, aber nächste Woche gehts gleich an die Entwürfe der Nassbereiche, ich habe auf Pinterest schon fleißig Inspiration gesammelt. Im Nachfolgenden kann man sich schon einmal umschauen, die fertigen Entwürfe und Collagen zeige ich natürlich hier auf dem Blog!

*Dieser Blogbeitrag ist Teil von Creadienstag N° 301 und Dienstagsdinge.

https://www.pinterest.de/innenleben/kitchen/ | https://www.pinterest.de/innenleben/bathroom/ | https://www.pinterest.de/innenleben/guests/?eq=guest&etslf=3735

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4 thoughts on “OT14 – Der Entwurf

  1. Liebe Kathrin,

    die Fassade des Hauses sieht super aus. Wir denken aus immer mal wieder über eine Holzfassade nach, weil es so schön gemütlich wirkt.
    Welches Holz würdest du verwenden? Gerade auch, wenn man etwas auf das Budget gucken muss?

    Liebe Grüße und vielen Dank für die tolle Inspiration!
    Rebekka

    1. Toll, dass wir teilhaben dürfen, Kathrin! Mich würde das Thema Holzfassade auch sehr interessieren, weil wir die für unsere Carports als Kontrast zum alten Haus planen.
      Herzliche Grüße
      Anne

  2. Huhu,

    das sieht wundertoll aus. Ich bin sehr gespannt… Auch bei uns steht bald der Bagger vor der Tür und es geht weiter. Bei den Fenstern würde ich dir Holz-Alu empfehlen und die Firma Zöllner (Produktion in Bernkastel – alles ist möglich ;)). Das ist nämlich gerade neben dem Bagger auch das weitere Projekt – neue Fenster überall in unserem alten Haus und neue Haustür inklusive ‚richtigem‘ Flur im Holzkubus vor der Tür. Da kommt auch einiges auf uns zu – aber ich freu mich 🙂 Ich freue mich auf unsere zukünftigen Bagger und neue Inspirationen durch dich – hab‘ eine tolle Woche! kessly

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